Surfen ohne Big Tech

Immer mehr Menschen wünschen sich die Freiheit über ihre Daten. Die am meisten genutzte Software sind aktuell Browser, weil diese der Eintritt in die digitale Welt darstellen. Nahezu jede Anwendung lässt sich heute im Browser betreiben, vom Mailprogramm über das Streamen von Musik und Filmen bis hin zu Buchhaltungssoftware oder anspruchsvollen Spielen. Die zentrale Rolle des Browsers haben Tech-Konzerne längst für sich entdeckt. Benutzer können über ihr Surfverhalten profiliert und Datenbestände angereichert und gewinnbringend verkauft werden. Der Browser spielt eine wichtige Rolle für die Unternehmen und gibt Aufschluss über die Gewohnheiten der Nutzenden. Allein das Wissen über Seitenaufrufe und Verweildauer auf Seiten ermöglicht viele Einblicke in das Leben der Person, die vor dem Bildschirm sitzt.

Diese Informationen können in den Händen gewinnorientierter Konzerne ideal in Datensätzen verkauft werden, um zum Beispiel Werbetreibenden zielgerichtete Werbeplätze verkaufen zu können oder einfach das eigene Produkt besser auf die Bedürfnisse der Nutzerschaft anzupassen.

Diese Daten in den Händen von staatlichen Stellen können noch weitreichendere Folgen haben. So lässt sich schnell erahnen, dass das Interesse an Bestimmten Inhalten im Internet genauso ein Negativmerkmal sein kann wie der Besuch eines bestimmten WLAN oder einer bestimmten regional zugeordneten IP Adresse.

Wer sich die Möglichkeiten einer staatlichen Überwachung unseres Informationszeitalters in Romanform nähern möchte, dem sei der Roman NSA von Andreas Eschbach empfohlen.

Alternativen zu den Browsern der sog. Big-Tech Konzerne bieten hier mehr digitale Selbstbestimmung und damit auch ein wenig mehr Freiheit. Hierzu haben wir 3 gängige Alternativen zu Edge, Chrome und Safari kurz skizziert.

Firefox – Die Open Source Alternative mit eigener Engine

Die Mozilla Foundation ist der unabhängige Entwickler hinter dem Firefox Browser. Auch wenn die Foundation in den USA beheimatet ist, so setzt diese nicht nur auf Open Source für maximale Transparenz und Schutz vor Überwachung, sondern nutzt mit der Gecko Engine eine Alternative zu der weit verbreiteten Chromium Engine in fast allen anderen Browsern. Damit trägt Mozilla mit Firefox auch zu einer breiteren Technologiebasis im Internet bei. Mozilla finanziert sich als über Spenden an die Mozilla Foundation.
www.mozilla.org

Bowserengines sind das Herz der Software, sie bestimmen darüber, wie sich Seiten darstellen und welche Technologien über einen Browser genutzt werden können. Sehr weit verbreitet ist Chromium, eine Open Source Enigine, die als Basis für bekannte Browser wie Google Chrome, Microsoft Edge, Opera oder The Brave dient. Technologisch leistungsstark und mit einer breiten Unterstützung von großen Webseiten für maximale Kompatibilität. Nicht zuletzt trägt das Engagement von Google mit seinem Chrome-Browser zu dieser Entwicklung bei. Alternativ ist Gecko die Engine, die aus dem Netscape Navigator herrührt und einen anderen technologischen Ansatz verfolgt. Webseiten können etwas anders reagieren als bei Chromium-basierten Browsern und erhalten nicht so viel Durchgriff auf das Computersystem des Nutzers, da seine Standards restriktiver sind.

Opera – Europäische Browser mit VPN

In Norwegen entwickelt setzt Opera auf Chromium. Der Browser unterscheidet sich allerdings stark von den Chrom-basierten Konkurrenten der Big Tech-Kollegen. Als Alleinstellungsmerkmal gilt das integrierte VPN, um seine Surf-Sessions weiter abzusichern als auch seine spezielle Seitenleiste mit der Integration von Musikstreaming, Social Media und Gmail. Opera bietet zudem weitere Browser für Spezielle Anwendungsszenarien (GX für Gamer, neon für Entwicklung mit KI, Air für fokussiertes Arbeiten und mini als schlanker Browser für Mobilgeräte). Opera ist ein börsennotiertes Unternehmen, unter anderem an der NASDAQ.
www.opera.com

Brave Browser – Konsequent kleiner Fußabdruck

Dieser auf Chromium basierte Browser verspricht die konsequente Blockade von Werbung und Trackern, während die Nutzer sich im Internet bewegen. In einem Transparenzbericht wird dieses kontinuierlich offengelegt. Zusammen mit der eigenen Suchmaschine Brave Search wird hier die Privatsspähre der Nutzer*innen in den Vordergrund gestellt. Als quelloffener Browser steht mit Brave den Nutzern als sicheres Werkzeug zur Verfügung und schneidet bei Tests in Bezug auf die Privatsphäre sehr gut ab. Die Brave Software Inc. sitzt in San Francisco und wird von Brendan Eich geleitet. Als Unternehmen verdient Brave Software Inc. unter anderem durch das Werbenetzwerk Brave Ads, welches den Nutzenden rund 70% der Werbeeinnahmen ausschüttet und von Risikokapitalgebern. Unter anderem Peter Thiels Founders Fund.
www.brave.com

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Browsern, die mit unterschiedlichen Versprechen an Ansätzen die Privatsphäre und digitale Selbstbestimmung der Nutzerschaft unterstützen wollen. Einer der bekanntesten Browser für Anonymität ist der TOR Browser, zu dem wir vor längerer Zeit schon mal einen Artikel veröffentlicht haben.

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